Dieser Ausdruck wurde am 29.07.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert.
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Verluste an der Börse in Seoul: Der Höhenflug der Speicherchiphersteller ist vorerst vorbei
Schon wieder starke Geschäftszahlen, schon wieder Verluste am Aktienmarkt: Der südkoreanische Chipkonzern SK Hynix konnte seinen operativen Gewinn im abgelaufenen Quartal um mehr als das Sechsfache auf den Rekordwert von umgerechnet 36,73 Milliarden Euro steigern.
Doch Analysten hatten mehr erwartet. Die Folge: Die Aktie von SK Hynix brach an der Börse in Seoul um bis zu 20 Prozent ein. Das Schema ist nicht neu in der Speicherchipbranche, auch andere Hersteller erlebten in den vergangenen Wochen Ähnliches.
Die Kursreaktion zeigt, wie groß die Nervosität unter Investorinnen und Investoren beim Thema Computerchips und künstliche Intelligenz weiterhin ist. Seit Wochen fallen in dem Sektor die Kurse.
Zuvor waren die Aktien der Hersteller von Speicherchips monatelang rasant im Wert gestiegen. Der Grund war eine plötzliche Nachfrage großer KI-Player wie Amazon oder Microsoft, die die Chips für ihre Large-Language-Modelle benötigen. So waren die Preise für Speicherchips geradezu explodiert und mit ihnen die Gewinne von Herstellern wie SK Hynix, Samsung oder Micron, sowie eben auch deren Aktienkurse.
Mehr als 1,5 Billionen Dollar Börsenwert vernichtet
Seit Mitte Juni ist der Trend jedoch umgeschlagen, Investoren haben sich aus dem Sektor zurückgezogen. Eine Berechnung des manager magazins zeigt: Allein die drei großen Player SK Hynix und Samsung aus Südkorea sowie Micron aus den USA haben im Zuge der Korrektur zusammen bereits mehr als 1,5 Billionen Dollar an Börsenwert verloren. Die Aktie des deutschen Halbleiterherstellers Infineon verlor seit Mitte Juni mehr als 30 Prozent an Wert.
Gewinnmitnahmen, gehebelte Investments, Unsicherheit
Für die Kursrückgänge gibt es verschiedene Gründe. Gewinnmitnahmen dürften eine erhebliche Rolle spielen. Die meisten Aktien der Branche sind zuvor so stark angestiegen, dass sie auch nach den Verlusten der vergangenen Wochen noch komfortabel im Plus notieren.
Hinzu kommt der Einfluss gehebelter Investments. Viele Indexfonds (ETFs) haben unter Einsatz von Fremdkapital in den Chipsektor investiert. Das vergrößert, solange es gut läuft, die Gewinne. Umgekehrt wird durch den Leverage-Effekt aber im Abschwung auch das Tempo beschleunigt. Marktexperte Stephen Innes etwa verweist auf eine Korrektur bei gehebelten Anlageprodukten für KI-Investments, die Druck auf den Sektor ausübe. Dieser Prozess könnte nach seiner Einschätzung noch eine Weile andauern.